Geschichts-AG

Die Arbeitsgemeinschaft Geschichte

  1. Gründung

    Die AG Geschichte des Saarpfalz-Gymnasiums wurde offiziell am 28. August 1999, also am 250. Geburtstag unseres „Dichterfürsten“ Goethe (an einem schulfreien Samstag!) ins Leben gerufen. Dazu trafen sich die Gründungsmitglieder, 18 Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 7 bis 9 zusammen mit ihrem Lehrer Eberhard Jung, vormittags im Bahnhof Bexbach zum Festakt und der Ausstellungseröffnung anlässlich des 150-jährigen Bestehens des ältesten saarländischen Bahnhofs. Dort erhielt jeder Teilnehmer eine Gründungsurkunde mit zwei Sonderbriefmarken und Sonderstempeln des Gründungstages. Inzwischen gehört die AG Geschichte zu den ältesten Arbeitsgemeinschaften unserer Schule.

  2. Zielsetzung und Themen

    Die Art der Gründung macht schon deutlich, womit sich die AG Geschichte befasst: Es geht um die Vertiefung und Erweiterung des historischen Grundwissens, wobei nationale und weltgeschichtliche Themen mit regionalen und lokalen verknüpft werden (s. die Römer in Schwarzenacker, Siebenpfeiffer und das Zeitalter des Restauration, Homburg im Zweiten Weltkrieg u.a.). Im Vordergrund stehen Ereignisse und Personen (Gänsegretel, Herzog Karl II. August, Georg Elser, Willi Graf, Markus Wolf u.a.), die im herkömmlichen Unterricht zu kurz kommen. Dabei bieten besonders Jahrestage den Anlass zur Beschäftigung. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, und auf Hausaufgaben wird normalerweise verzichtet. Oft geht es sogar darum, die Jüngsten aus den Klassen 5 bis 7 behutsam an das Fach Geschichte heranzuführen und zu begeistern. Das gelingt zum Beispiel mit Papyrusmalereien, der Beschäftigung mit charismatischen Persönlichkeiten und Helden der Geschichte oder der Behandlung der Olympischen Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften.

  3. Treffpunkt

    Wöchentlich freitags von 13.05 bis 13.50 Uhr im Medienraum 305 – Interessierte können auch gerne mal hereinschnuppern. Die Teilnehmerzahl schwankt von Jahr zu Jahr zwischen 15 und 30. Ältere Schüler, die um 13.30 Uhr noch in die 7. und anschließend in die 8. Stunde müssen (so wie wir!), verlassen den Raum mit dem Gongschlag und haben auf dem Weg zum Klassensaal immer ein interessantes Thema aus der AG.

  4. Aktivitäten

    Weil wir Schüler schon durch den regulären Unterricht und die Klassenarbeiten genügend gestresst sind, erscheint die AG Geschichte oft als Wohltat, wenn dort Filmsequenzen mit Vor- und Nachbesprechung im Vordergrund stehen. Aber nicht nur Filmdokumentationen dienen als historische Quelle, sondern ab und zu gibt es auch Gelegenheit zu einem „Dialog der Generationen“, v.a. mit Zeitzeugen des Dritten Reiches. Auch der Stadtdenkmalpfleger Dr. Klaus Kell, Ex-Oberbürgermeister Reiner Ulmcke, Geschichtsprofessoren, der Hobby-Archäologe Arno Hübler oder der Ministerpräsident Peter Müller wurden schon interviewt. Öfters nehmen wir auch an Wettbewerben und besonderen Aktionen teil, z.B. „Wir fünfzigen“ (Beiträge zum Thema „50 Jahre Bundesland Saarland“), Anne Frank (eigene Ausstellung im Foyer des Rathauses) oder „Spurensuche“ (Jugendprojekt der Stadt Homburg). Gelegentlich besuchen wir Ausstellungen, haben Kontakt zum Stadtarchiv oder lernen bei Stadtrundgängen bisher unbeachtete Stellen kennen. Es gab auch schon Projektfahrten nach Berlin, Verdun, Amsterdam und Basel.

    An Veröffentlichungen von uns gibt es zurzeit noch „Capitolinus und seine Freunde“ (über die Römersiedlung Schwarzenacker), „Geschichte auf Briefmarken“ und den Lösungsschlüssel dazu.

  5. Urteil der „dienstältesten“ Mitglieder über die AG Geschichte
    Alexander Jung (Klasse 5 – 10):

    Ich bin seit der 5. Klasse Mitglied der AG Geschichte und noch immer fasziniert von dem reichhaltigen Angebot: spannendes Filmmaterial, Einsichten in die Welt der Pharaonen, das Leben der antiken Griechen, Kelten und Römer, Seuchen im Mittelalter und immer wieder die Schrecken des 20. und 21. Jahrhunderts (der Erste und Zweite Weltkrieg, die atomare Aufrüstung, Terrorismus bis hin zum 11. September 2001). Auch die Berliner Luftbrücke, der Mauerbau, der Mauerfall, die Raumfahrt, die größten Irrtümer der Geschichte, „König“ Fußball, große Künstler, bis hin zu Elvis, Marilyn Monroe, den Beatles und ABBA, finden ihren Platz. Doch das ist noch lange nicht alles, denn AG Geschichte findet nicht nur in unserem Schulgebäude statt. Wir unternehmen auch Exkursionen der verschiedensten Art und Weise. So nahmen wir an einem historischen Rundgang durch die Altstadt Homburgs teil, bei dem uns die barocken Merkmale der alten Gebäude gezeigt wurden und wir vieles über den Alltag vor gut 300 Jahren erfuhren. Wir aßen Stockfisch wie das saarpfälzische Regiment „Royal Deux-Ponts“ bei der Überfahrt nach Amerika, wo es im Unabhängigkeitskrieg einen wesentlichen Beitrag zum Sieg George Washingtons bei Yorktown leistete. Wir lernten die Waffen, Uniformen, Lebensbedingungen und Sorgen dieser Soldaten kennen. Das Allerbeste war jedoch die Projektfahrt zu dem letzten noch lebenden direkten Verwandten von Anne Frank, nämlich ihrem Cousin Buddy Elias, der heute in Basel wohnt und trotz seines hohen Alters immer noch als Schauspieler und Präsident des Anne-Frank-Fonds tätig ist. Er konnte uns viel über den Nationalsozialismus und speziell das Leben der Anne Frank und ihres Vaters Otto erzählen, der genau so wie Alex Deutsch die Hölle von Auschwitz mit einem zähen Durchhaltewillen und viel, viel Glück überlebte.

    Ich bin jetzt in der 10. Klasse und möchte noch lange in der AG Geschichte bleiben, auch wenn sie sich für mich wegen des Unterrichts in der 7. Stunde nur noch auf 25 Minuten der großen Pause beschränkt.

    Pascal Kihm (Klasse 7 – 10):

    „Geschichte mal ganz anders“ – so wurde mir die AG Geschichte am Saarpfalz-Gymnasium empfohlen, als ich in der 7. Klasse Mitglied wurde. Mittlerweile ist es jetzt schon fester Bestandteil meines Terminkalenders, jeden Freitag um 13.05 Uhr eine weitere Reise in die spannende Welt der Geschichte zu unternehmen. Überraschend finde ich vor allem, wie viele Facetten mir die AG bereits von diesem Fach gezeigt hat, denn Langeweile ist bei der AG Geschichte ein absolutes Fremdwort. Was mich vor allem an der AG Geschichte fasziniert, ist der breit gefächerte Themenspeicher, den wir jeden Freitag von Herrn Jung geboten bekommen. Durch Filmdokumente und mündliche Vor- und Nachbereitung gibt es interessante Informationen zu Themen der Geschichte, wie antike Hochkulturen, Nationalsozialismus oder die großen Wohltäter der Menschheit, etwa Albert Schweitzer. Aber auch eher untypische Themen finden ihren Platz in der AG. So ist es nicht ungewöhnlich, dass es in einer Schule freitags zu einem Gespräch über James Bond, Spionage zu Zeiten des Kalten Krieges, Falco oder Elvis kommt. Problematisch wird’s zwar immer dann, wenn der Gong ertönt, um das Ende der Pause zu signalisieren, und ich weiß, dass der Unterricht ruft. Trotz dieser erschwerten Bedingungen kann ich mir aber ein Ende der AG-Teilnahme absolut nicht vorstellen. Besondere Höhepunkte in den letzten Jahren waren die Begegnung mit dem Auschwitz-Überlebenden Alex Deutsch und die anderen „Dialoge der Generationen“ mit Zeitzeugen des Dritten Reichs. Auch der Rundgang durch Homburgs Altstadt bei Nacht und der Besuch der Vauban-Ausstellung waren interessant. Höhepunkt des Jahres 2008 war die Aktion „Anne Frank – Eine Geschichte für heute“. Diese Spurensuche im Rahmen der Ausstellung führte uns sogar bis nach Amsterdam („Anne-Frank-Haus“!) und in die Schweiz zu Buddy Elias, Anne Franks letztem noch lebenden Verwandten. Wie man sieht: „Geschichte mal ganz anders!“

Alexander Jung und Pascal Kihm (beide Klasse 10a)

Neuigkeiten:


Ein vielseitiges Lesevergnügen über Migration und Integration

Die Arbeitsgemeinschaft Geschichte des Saarpfalz-Gymnasiums stellt ihr neuestes Buch vor

Titelseite "Miteinander, nicht gegeneinander"Titelbild des preisgekrönten Buches „Miteinander,
nicht gegeneinander!“ der AG Geschichte
des Saarpfalz-Gymnasiums Homburg

„Lasst euch nicht hineintreiben in Hass und Gewalt gegen andere Menschen! Lernt, miteinander zu leben, nicht gegeneinander!“ Diese Botschaft des Auschwitz-Überlebenden Alex Deutsch inspirierte die Arbeitsgemeinschaft Geschichte des Saarpfalz-Gymnasiums zu ihrem 338-seitigen Buch „Miteinander, nicht gegeneinander!“, das kürzlich mit dem Edith-Aron-Schulpreis der Kreisstadt Homburg ausgezeichnet wurde. Es ist zugleich eine Hommage an den energischen Fürsprecher von Toleranz und Menschenwürde, der 97-jährig am 9. Februar 2011 verstorben ist. In dem reich bebilderten und mit vielen Einzeltexten gut lesbaren Buch geht um die Geschichte von Migration und Integration. Ausgewählte Beispiele über menschliches (Fehl-)Verhalten im Umgang mit Fremden sorgen in einem flüssigen und humorvollen Stil durchgängig für Nachdenklichkeit und oft auch Schmunzeln. Erwartungsgemäß ist der Ansatz historisch: Eingefangen wird die spannende Szenerie der Urzeit, der Griechen, Römer und Kelten des Altertums, des Mittelalters und der verschiedenen Phasen der Neuzeit bis hin zum gegenwärtigen Homburger Alltag im Umgang mit Italienern, Türken, Polen und Vietnamesen. Auffällig ist dabei die Vielfalt im Inhalt und in der Gestaltung. Es gibt Basistexte mit grundlegenden Informationen, aber auch eine Fülle von Vertiefungen in Form von Gedichten, Glossen und Interviews mit Prominenten. Die aussagekräftigen Fotos und herrlichen Schülerzeichnungen lockern das stattliche Buch auf und zeugen von dem enormen Fleiß der Schüler und ihres Projektlehrers Eberhard Jung. „Eine Herkules-Aufgabe zu Ehren von Alex Deutsch“, so betitelte Jung seine Einführung in das Thema. Allein die zahlreichen Interviews vermitteln schon einen guten Eindruck von dem ungeheuren Arbeitsaufwand des 12-köpfigen Redaktionsteams mit Schüler(inne)n der Klassenstufen 7 bis 12. Befragt wurden z.B. die Politiker Peter Müller, Astrid Klug, Alexander Funk, Karlheinz Schöner und Clemens Lindemann, denen man nicht nur politische Statements zur Migrations- und Integrationsdebatte, sondern auch viel Persönliches entlockte. Die spezielle Homburger Situation spiegelt sich auch wider in den Interviews mit Kontaktpolizist Thomas Clemenz, Willi Caster („Teile deine Lebensfreude!“), Birgit Rudolf, der Leiterin des Frauenbüros des Saarpfalz-Kreises, die ihr Vorzeigeprojekt „Integration-Dialog-Akzeptanz (IDA)“ in den Mittelpunkt stellt. Gudrun Siepker äußert sich über die Japaner als „Migranten auf dem deutschen Automarkt“, der ehemalige Pfarrer von Erbach, Dr. Klaus Beckmann, über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr.


Edith-Aron-Schulpreis wurde verliehen

In Homburg wurden Schularbeiten zu den Themen Migration und Integration ausgezeichnet

Zum ersten Mal wurde in Homburg der Edith-Aron-Schulpreis verliehen. Es nahmen nur zwei Projekte teil: eine siebte Klasse des Mannlich-Gymnasiums und die Geschichts-AG des Saarpfalz-Gymnasiums.

Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Schülerinnen und Schüler des Mannlich- und des Saarpfalz-Gymnasiums<br>erhielten für ihre Arbeiten zum Themenbereich Migration<br>und Integration am Dienstag den Edith-Aron-Schulpreis der Stadt<br>Homburg. Foto: Thorsten Wolf Schülerinnen und Schüler des Mannlich- und des Saarpfalz-Gymnasiums
erhielten für ihre Arbeiten zum Themenbereich Migration und Integration am
Dienstag den Edith-Aron-Schulpreis der Stadt Homburg. Foto: Thorsten Wolf


Dialog der Generationen III

Eifrige Schüler im Dialog mit Zeitzeugen des Dritten Reiches

Rege Beteiligung des Saarpfalz-Gymnasiums am Begleitprogramm der Anne-Frank-Ausstellung

 Es wollte fast kein Ende nehmen. Nach über drei Stunden diskutierten die letzten Schüler und weitere Besucher immer noch mit den Zeitzeugen des Dritten Reiches im Homburger Stadtcafé. Auch beim dritten und vorläufig letzten „Dialog der Generationen“, der zum Begleitprogramm der Anne-Frank-Ausstellung gehört, war der Besucherandrang sehr groß.


Dialog der Generationen II

Viele alte Wunden sind noch nicht verheilt

Hochinteressanter „Dialog der Generationen“ im Homburger Stadtcafé

Bereits einen Tag nach seinem 16. Geburtstag wurde der ehemalige Homburger Dekan Siegfried Wagner, Jahrgang 1927, gezwungenermaßen zum Dienst als Flakhelfer eingezogen – ein Schicksal in der Endphase des Zweiten Weltkriegs, das viele Gleichaltrige mit ihm teilten, so auch Joseph Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI.


Besuch bei Anne Franks Cousin

Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums reisten nach Basel und trafen dort Buddy Elias

Sie haben in Anne Franks Kinderstuhl gesessen, ihren Schmuck in den Händen gehalten, Faksimiles, dem Original täuschend ähnliche Nachbildungen, ihres Tagebuchs gesehen. Doch vor allem haben sie ein Familienmitglied kennen gelernt: den heute 83-jährigen Buddy Elias, Cousin des berühmten jüdischen Mädchens, das von den Nazis umgebracht wurde. Der hatte die Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums zu sich nach Basel eingeladen.

Von SZ-Redakteurin Ulrike Stumm

So intensiv sind wir Anne Frank noch nie begegnet

Lehrer Eberhard Jung

Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums beschäftigen sich seit längerem mit Anne Frank und trugen zur Ausstellung in Homburg bei. Nun sind sie und ihr Lehrer Eberhard Jung (hinten, Zweiter von rechts) aus Basel zurück. Dort besuchten sie Anne Franks Cous


Gruppenleitung: 
Herr Jung
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