Eine Begegnung der Kulturen
Homburger Schülergruppe zum Arbeitseinsatz in Georgien
(Artikel vom 7. Oktober 2003 in der SZ)
Homburg (dh). Vor zwei Jahren reiste eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Saarpfalz-Gymnasium in die georgische Hauptstadt Tiflis, um dort unter Betreuung des aus Saarbrücken stammenden Theologen Professor Gert Hummel bei der Sanierung des verwitterten deutschen Friedhofs zu helfen. Jetzt hat unter der Trägerschaft der evangelischen Dekanats-Jugendzentrale Homburg ein neuer Arbeitseinsatz mit Jugendlichen des Saarpfalz-Gymnasiums begonnen. Acht Schülerinnen und Schüler sowie drei Lehrer bilden unter Leitung von Schulleiter Jürgen Helwig und Gattin Gisela die Gruppe, die am vergangenen Wochenende aus Frankfurt in Richtung Osten nach Tiflis abflog.
Das Ehepaar Helwig verbindet schon seit Jahren eine enge Freundschaft mit Professor Gert Hummel, der nach seiner Tätigkeit als Dozent für evangelische Theologie an der Universität des Saarlandes nach Georgien übersiedelte und dort den Aufbau der deutschen Gemeinde sowie weiterer Siedlungen zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat. Zehn Tage lang werden die Jugendlichen im Dorf Kiziladjul an der aserbaidschanischen Grenze helfen, den Sportplatz der beiden Schulen zu erneuern und zu erweitern. Untergebracht sind die Helfer in einem kleinen Hotel in Tiflis. Die aserbaidschanischen Familien in Kiziladjul sind islamischen Glaubens, so dass das Arbeitsprojekt dieses Mal auch zu einer interreligiösen, "ökumenischen" Begegnung wird. Schulleiter Helwig und Schulpfarrer Axel Schmitt hatten die Jugendlichen, die sich allesamt durch besonderes Engagement in der Schule und im sozialen Bereich ausgezeichnet haben, angesprochen. Alle waren sofort von dem Vorschlag begeistert. Bei der Abfahrt der 16- bis 18-Jährigen am Homburger Hauptbahnhof war die Vorfreude und die Spannung groß. "Ich habe nur Angst vor dem Flug, ansonsten freue ich mich darauf, einen Teil dazu beitragen zu können, Menschen zu helfen, die fast gar nichts haben", meinte zum Beispiel Stefanie Klosterhalfen aus Kleinottweiler. Zwölfklässler Jan Weißler betrachtet den Arbeitseinsatz als ein "Abenteuer, bei dem man eine andere Kultur mal anders kennen lernen kann". Neugierig ist er vor allem auf die Begegnung von christlichen und muslimischen Jugendlichen. Schulleiter Helwig konnte erst zwei Tage vor der Abreise so richtig durchatmen, denn die Visa kamen dann erst in Homburg an.
Mit brandneuen Trikots im Gepäck, die unter dem Symbol des Fußballs die Partnerschaft von Homburg und Kiziladjul dokumentieren, brach die Gruppe nach Georgien auf. Dort werden sie untern anderem ein Fußballfeld für die Jugendmannschaft gestalten und Spielfläche für Volleyball und Basketball anlegen. Und gespielt wird natürlich auch, und das in den neuen Trikots.
Auch die Umzäunung des Gesamtspielfeldes steht auf dem Programm. Im Gepäck haben die Jugendlichen viele Briefe. Die haben die ehemaligen Mitschüler, die vor zwei Jahren in Georgien im Einsatz waren, an ihre Freunde vor Ort geschrieben. Zwischen den Homburger Jugendlichen und den Georgiern haben sich einige enge Freundschaften entwickelt. Die Gruppe wird von ihrer Reise am 14. Oktober in Homburg zurückerwartet.



