Homburger Schüler gewinnen Wettbewerb
SZ vom 27.06.2007
Von SZ-Redakteurin Yvonne Wildschütz
Beim saarlandweit ausgeschriebenen Wortsegel-Schreibwettbewerb der Gemeinde Tholey haben zwei Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums mit einem Gedicht gewonnen. Thema war der Dichter Joseph von Eichendorff.
Homburg. In diesem Jahr jährt sich der Todestag Joseph von Eichendorffs zum 150. Mal. Grund genug, diesem bedeutenden Dichter der Romantik einen Wettbewerb zu widmen. Bei dem an allen saarländischen Schulen ausgeschriebenen Wortsegel-Schreibwettbewerb der Gemeinde Tholey war der große Dichter diesmal das Thema. Teilgenommen haben auch Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums. Gewonnen haben Julia Hollstein und Max Emser neben zwei anderen Schülern aus dem Saarland. Julia besucht die zwölfte Klasse des Saarpfalz-Gymnasiums, Max die fünfte Klasse. In beiden Unterrichtsstufen hat Deutschlehrer Eberhard Jung den Dichter zum Thema gemacht.
Lehrer Eberhard Jung hat seine Schüler Max Emser und Julia Hollstein
unterstützt. Foto: SZ
"Ich kann sonst eigentlich gar nicht so gut schreiben", sagt der bescheidene Max im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber das Thema habe ihm gefallen. Julia, die Deutsch als Leistungskurs gewählt hat, liege Eichendorff hingegen nicht so. Dennoch, beide haben gewonnen. Und darüber freuen sie sich sehr. Noch glücklicher werden die beiden nach ihrem großen Auftritt gestern Abend gewesen sein. Da stand in Tholey die Preisverleihung an, bei der sie ihr Gedicht vorgetragen haben. Allzu aufgeregt mussten sie nicht sein, denn der Probedurchlauf für die SZ-Lokalredaktion Homburg lief bestens. Mit viel Gefühl trug Julia ihr Gedicht vor. "Es war, als hätt der Himmel die Erde still geküsst, gleich dem Gefühl, wie nur wahre Liebe ist." So die ersten Zeilen ihres preisgekrönten Werkes mit dem Titel "Eiskalt erwischt". Auch Max präsentierte sein Gedicht fehlerfrei und spitzbübisch. "Aus dem Leben eines Hahnes" heißt es. Auch er steigt mit dem Eichendorff-Zitat "Es war, als hätt der Himmel die Erde still geküsst" ein, und fährt fort, "als der Hahn im Morgengrauen auf den Misthaufen geflogen ist." Er endet mit dem letzten Krähen des Hahnes.
Deutschlehrer Jung strahlt: "Ich bin sehr stolz auf die beiden, sowas ist auch für einen Lehrer ein Höhepunkt", sagt er. Stolz kann Jung auf seine Schüler auch wirklich sein: Innerhalb eines Tages hatten beide ihr Gedicht fertig. Trotz des Lobes ist Lehrer Jung sich sicher, dass jemand kein super Schüler sein muss, um solch ein Gedicht ordentlich hinzubekommen. Jung: "Es gibt eine gewisse Taktik, eine Strategie. Wenn die Schüler mit dieser Technik arbeiten, müssten sie alle ein Gedicht hinbekommen." Dennoch hätten Julia und Max selbstverständlich mit ihren Gedichten eine große Leistung gebracht.
Trotz ihres Erfolges sind sich die beiden allerdings sicher, dass sie Berufe erlernen wollen, die nichts mit Deutsch zu tun haben. Die 18-jährige Julia möchte eventuell Kunstgeschichte studieren und Max weiß noch nicht so richtig, was er werden will. "Ich will erst mal schauen, wie gut ich in den verschiedenen Fächern bin", erzählt der Elfjährige.



