Argumente am hölzernen Tisch

Sebastian Beeck, Lisa Stein, Pascal Kihm und Anna Berlich (v. l. n. r.)
beim Finale im Mannlich-Gymnasium

Jugend debattiert: Gestern fand im Mannlich-Gymnasium die Ausscheidung statt

Argumente vorbringen, vor vielen Leuten reden, sich nicht einschüchtern lassen, das ist unter anderem der Lerneffekt des Projektes „Jugend debattiert". Gestern fand im Mannlich-Gymnasium das Finale von vier Schulen statt: Wer darf nach Saarbrücken?

Von Merkur-Mitarbeiterin

Christine Maack

Homburg. Vier junge Leute stehen an Pulten und beackern ein Thema: Soll man Alkoholreklame verbieten? Oder: Soll man an Schulen Sicherheitsdienste einführen?

Sie schlagen sich tapfer, lassen einander ausreden und werden mit einer Glocke gestoppt, denn die Redezeit ist begrenzt. „Jugend dabattiert“ heißt der Wettbewerb, der pädagogisch gesittet und nicht krawallmäßig abläuft. Denn obwohl die besseren Argumente und die Redegewandtheit gelobt werden, und obwohl viele Schüler der teilnehmenden Gymnasien als Schlachtenbummler mitgekommen sind, ist alles ein bisschen wie Unterricht. Und daraus ist das Projekt auch hervorgegangen.

Reiner Veeck, Deutsch- und Geschichtslehrer am Saarpfalz-Gymnasium, ist der Landesbeauftragte von „Jugend debattiert“, einem Projekt der Hertie-Stiftung, das es seit 2002 gibt. Das Saarland hat sich bisher im Debattieren wacker geschlagen und wurde mit dem Ludwigsgymnasium sogar einmal Bundessieger.

Gestern traten in der Aula des Mannlich-Gymnasiums im Finale vier Schülerinnen und Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums auf, die in der Gruppe Sekundarstufe I gestartet waren. Nach ihnen kamen vier Oberstufen-Schüler aus dem Steinwald-Gymnasium in Neunkirchen dran. Und so wurden am Ende der zwei Debatten jeweils zwei Sieger gekürt, die ihre Schulen beim Landesfinale in Saarbrücken am 23. April vertreten: Anna Berlich und Sebastian Beeck vom Saarpfalz-Gymnasium und Tobias Purper und Lena Maria Funke vom Steinwald-Gymnasium.

Reiner Veeck, der nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch Lehrer bei diesem Projekt betreut, gibt zu, „dass es nicht immer ganz einfach ist, endgültig zu bewerten. Es gibt zwar ein Punkte-System, aber die jungen Leute haben natürlich auch ihre eigene Art, überzeugend zu wirken.“ Er findet, dass das Projekt dazu beitrage, Selbstbewusstsein zu fördern und jungen Leuten die Angst zu nehmen, vor Publikum aufzutreten. Wobei die Mädchen mit fröhlichen hellen Stimmen durchaus Vorteile haben. Aber auch Tobias hatte die Lacher auf seiner Seite. Er konnte ganz schön trocken sein.