Emotionale Lesung am Saarpfalz-Gymnasium
Buddy Elias berichtete Schülern eindringlich vom Schicksal seiner Cousine Anne Frank – Schüler für Engagement gelobt
Am Homburger Saarpfalz-Gymnasium war gestern Buddy Elias zu Gast. Der Schweizer Schauspieler ist der Cousin von Anne Frank. Er berichtete in einer emotionalen Lesung vom Schicksal seiner Cousine.
Quelle: Saarbrücker Zeitung
Homburg. Die Geschichte der Anne Frank, eine der Symbolfiguren für die systematische Ermordung von sechs Millionen Juden während des Dritten Reiches, ist eine der meist erzählten. Aber auch eine, die man wohl nicht oft genug erzählen kann.
Gestern nun machte sich am Saarpfalz-Gymnasium einer auf, Anne Franks Schicksal zahlreichen Schülern nahe zubringen, der im Kosmos des 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen verstorbenen Mädchens einen besonderen Platz einnimmt: Buddy Elias, der Cousin Anne Franks. Bevor der jedoch mit seinen Schilderungen begann, war es am Initiator des Elias-Besuches, Geschichtslehrer Eberhard Jung, eine kleine Überraschung zu präsentieren: Anhand eines standesamtlichen Dokumentes aus Zweibrücken kann wohl als gesichert gelten, das Elias Großmutter väterlicherseits gebürtige Homburgerin war. Jung: „Deswegen machen wir heute Buddy Elias zum Homburger.“ Der reagierte mit einer Variation des berühmten Kennedy-Zitats: „Ich bin ein Homburger.“
Eindringlich schilderte Elias im Anschluss, wie schon im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung, vom Schicksal seiner Cousine. In seinen sehr emotionalen Lesungen aus Briefen und Dokumenten wurde die Zeit der Anne Frank für einen kurzen Moment wieder gegenwärtig. Und als Elias aus einem Bericht einer Zeitzeugin vorlas, der die letzten Tage von Anne und ihrer Schwester Margot in Bergen-Belsen schilderte, war es merklich still im weiten Rund der vollbesetzten Aula des Gymnasiums.
Den eindringlichen Worten Elias' an die Schüler war auch eine kurze Einführung von Homburgs erstem Beigeordneten Rüdiger Schneidewind vorangegangen. Schneidewind lobte das Engagement der Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums anlässlich der Anne-Frank-Ausstellung im vergangenen Jahr. „Dieses Engagement finde ich deswegen so wichtig, weil ich es erschreckend finde, wenn ich heute in der Zeitung lese, dass es Menschen gibt, die den Holocaust wieder leugnen.“
Dieser Hinweis, auch auf den Auftritt des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad bei der Anti-Rassismus-Konferenz in Genf, wiederholte sich in der Fragerunde im Anschluss an den Auftritt Buddy Elias', als Schüler den Zeitzeugen nach einer Einschätzung der gegenwärtigen Lage fragten. Elias sprach sich mit Blick auf die Situation Israels in diesem Zusammenhang auch für eine Abkehr von radikalen und damit gefährlichen Positionen auf Seiten aller Beteiligten aus.



