Angenehmes Raumgefühl
Renovierte Räume des Saarpfalz-Gymnasiums sind am Tag der Architektur geöffnet
Am kommenden Samstag und Sonntag können beim Tag der Architektur in Homburg zwei Vorzeige-Gebäude, das Saarpfalz-Gymnasium und ein Wohnhaus, besichtigt werden. Es ist bereits das 15. Mal, dass dieser besondere Tag stattfindet. Im Saarpfalz-Gymnasium wurden das Lehrerzimmer sowie mehrere Nebenräume neu gestaltet.
Von SZ-Mitarbeiterin Sabine Graf
Homburg. Zum 15. Mal lädt für das kommende Wochenende, 27. und 28. Juni, die Architektenkammer des Saarlandes zum Tag der Architektur ein. In Homburg öffnen dabei das Saarpfalz-Gymnasium und ein Wohnhaus ihre Türen für Architekturinteressierte.
„Unser Ansatz ist, die den Raum begrenzenden Elemente ordentlich zu gestalten. Das heißt, den Boden, die Decke, die Wände“, erklärt die Innenarchitektin Sabine Waschbüsch. Gelegenheit dafür fanden sie und die Architektin Lisa Groß mit ihrem Architekturbüro „a hoch i“ im Saarpfalz-Gymnasium. Dort stand im vergangenen Jahr die Renovierung des Lehrerzimmers und der Nebenräume an. Eine Notwendigkeit, denn „ein großes Thema war der Brandschutz“, erklärt Waschbüsch.
Brandschutztüren und Brandschutzdecken mussten eingebaut werden. Da Lehrerzimmer und Lehrerbibliothek außer dem Charme eines in die Jahre gekommenen Provisoriums nichts zu bieten hatten, erneuerte man auch darin Boden, Decken und Wände und gliederte den fluchtartigen Raum neu. Aus dem großen Lehrerzimmer wurden zwei, eines für alle als Treffpunkt und dazu ein kleineres für das konzentrierte Arbeiten in Kleingruppen. Dazu kamen ein Computerraum, ein kleiner Raum, in dem Schüler Klassenarbeiten nachschreiben können und der vorgeschriebene Sanitätsraum. Die Bibliothek und der ihr angeschlossene kleine Besprechungsraum bezeugen den Gestaltwandel: Die Farbpalette wechselte vom abgeschabten Holzfurnier zu Orange und Beige, Grau- und Sandtönen. Ein durchgehender Holzboden verbindet die Räume, während die Decke zum Teil die angedeutete Wellenform des historischen Kappengewölbes frei legt und mit der bewusst über Putz gelegten Elektroinstallation kombiniert.
Das entspricht den aktuellen Gestaltungsweisen, und dieser Kontrast ist darüber hinaus, weiß Waschbüsch, „ganz attraktiv“. Hauptsache war, die Funktionsabläufe verbessern. Das war „nicht mit Möbeln von der Stange zu machen“, betont die Innenarchitektin. Örtliche Handwerker fertigten das Mobiliar. Ziel allen Bemühens war dabei, so Waschbüsch, „ein effizientes Arbeitsklima und ein angenehmes Raumgefühl zu schaffen.“
Das muss keine Geldfrage sein, weiß die Innenarchitektin. Zusammen mit Architektin Groß entwickelte sie ein Modellkonzept zur schrittweisen Umgestaltung von Schulen für die Ganztagsbetreuung. 280 000 Euro kostete der im Auftrag des Saarpfalz-Kreises ausgeführte Umbau. „Es sind nicht die großen Maßnahmen“, so Waschbüsch, „wenn an Schulen Räume umzubauen sind. Umso sorgfältiger muss man sie planen.“



