„Junge Mädels“ schaffen Großes

Bild: SPG/Garcia (Annabelle Krick, Pauline Hallmann, Lucas Umann, v.l.n.r.)

Die Schülerinnen Pauline Hallmann und Annabelle Krick des Saarpfalz – Gymnasiums haben etwas absolut großartiges geschafft: Bei dem Wettbewerb „Jugend forscht“ haben die beiden Mädchen in der Sparte Biologie den 1. Platz bei dem Landesentscheid errungen. Dieser Wettbewerb ist einer der renommiertesten in Deutschland und eine erfolgreiche Teilnahme ist ein Aushängeschild für alle Beteiligten. Im Mai geht für sie die große Reise weiter nach Essen. Dort erwartet die beiden Neuntklässerinnen das Bundesfinale.

„Sind Computerspiele einfach nur cool? Oder sind wir deren Marionetten?“, so lautet das Projektthema der Mädchen. Unter diesem Leitmotto haben die Neuntklässerinnen sich etwas ganz besonderes ausgedacht: Sie programmierten ein Computerspiel, bei dem man ein Auto steuern muss: entweder durch die Lücken in einer Mauer oder über auf der Straße liegende Menschen. Ziel des Spiels ist es, dass der Spieler einen Gewissenskonflikt mit sich selbt eingeht. Er muss entscheiden, ob er den Menschen überfährt, um Punkte zu bekommen oder ob er sich dagegen entscheidet. Trick dabei war, dass die Lücken in der Mauer genauso groß waren wie die Personen, die zu überfahren waren. Aus dem Spielverhalten konnte man also eindeutig schließen, ob das Handeln des Spielers  Absicht war.  Außerdem bereiteten die Mädchen einen Fragebogen über deren Gewaltbereitschaft vor, den jede der insgesamt über 60 getesteten Personen beantworten musste. Das Computerspiel und der Fragebogen waren notwendig, um für alle Testpersonen die gleiche Ausgangsbedingung zu schaffen. Die Auswertung dieser Statistik und die Kernspinmessungen von drei Medizinstudenten halfen den Mädchen, Schlussfolgerungen zu ziehen. „Durch Training kann man das Gehirn dazu bekommen, die Gewaltbereitschaft zu erhöhen und das Gewissen zurückzustellen. Wenn man täglich mehrere Stunden lang Killerspiele spielt, kann man irgendwann nicht mehr zwischen Realität und Spiel unterscheiden. Dies führt zu Gewalt und Aggressivität in der Gesellschaft, welche sich zum Beispiel durch Amokläufe äußern.“ Ebendiese Amokläufe brachten Annabelle und Pauline überhaupt erst auf die Idee für dieses Projekt. „Uns interessierte  die Auswirkung von Killerspielen auf das Gehirn.“ Die Umsetzung des Projekts gestaltete sich allerdings nicht so einfach wie die Ideenfindung. Bereits vergangenen Sommer wussten die Mädchen, dass dies ihr Projekt werden sollte. Das Programmieren war auch relativ schnell erledigt. Die Recherchen, Tests und Vorbereitungen, die getroffen werden mussten, brauchten allerdings etwas mehr Zeitaufwand. „Wir haben eine 32-seitige Zusammenfassung über unser Projekt gemacht, das war wohl die meiste Arbeit!“  Auch Plakate und eine Präsentation haben die Schülerinnen vorbereitet. Diese brauchten sie auch für die „Generalprobe“, die letzten Montag stattfand. Landrat Clemens Lindemann kam ins SPG, um sich das Projekt der Mädchen zu betrachten. Letztendlich war er so beeindruckt, dass er sich als Sponsor anbot.

Vergangenen Dienstag war dann der große Tag gekommen und das Projekt musste auf dem Saarbrücker Uni-Campus vorgestellt werden. Eine aufgeregte Pauline und eine nervöse Annabelle präsentierten ihre Ergebnisse der letzten Monate vor einer Jury. Einen Tag später hatten die Mädchen die Möglichkeit, ihr Projekt der Öffentlichkeit vorzustellen. Um 16 Uhr fand dann, ebenfalls auf dem Gelände der Saarbrücker Universität, die sogenannte „Feierstunde“ statt. Für Pauline und Annabelle im wahrsten Sinne des Wortes. Gegen 4 andere Gruppen sind die Mädchen angetreten – und hatten Erfolg. Als letzte aller Teilnehmer wurden die Mädchen aufgerufen, aber dafür gebührend geehrt und gefeiert. Nun dürfen Annabelle und Pauline sich Landessieger im Fach Biologie des Wettbewerbs „Jugend forscht“ nennen. Nach der Nervosität folgt die Freude und nach der Freude die Erleichterung. Familie, Schüler, Lehrer und Presse standen Schlange, um die frisch gebackenen Siegerinnen zu beglückwünschen. Jeder tat dies auf seine Art und Weise. Besonders stolz sind die Mädels darauf, dass sie so vieles ohne Hilfe bewerkstelligen konnten. Ganz ohne Hilfe ging es jedoch nicht. „Wir möchten uns ganz besonders bei unseren Eltern für die Unterstützung bedanken. Unseren Lehrern Herrn Wagner und Herrn Bergau gebührt Dank für die Organisation, die Planung und die Umsetzung und bei Herrn Lindemann möchten wir uns für das Sponsoring bedanken, ohne das unser Projekt nicht zu Stande gekommen wäre.“  Das Siegergeld haben die Mädels auch schon fest verplant: „Wir brauchen ja was schönes zum Anziehen, wenn wir nach Essen fahren.“

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