Edith-Aron-Schulpreis wurde verliehen
In Homburg wurden Schularbeiten zu den Themen Migration und Integration ausgezeichnet
Zum ersten Mal wurde in Homburg der Edith-Aron-Schulpreis verliehen. Es nahmen nur zwei Projekte teil: eine siebte Klasse des Mannlich-Gymnasiums und die Geschichts-AG des Saarpfalz-Gymnasiums.
Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf
Schülerinnen und Schüler des Mannlich- und des Saarpfalz-Gymnasiums
erhielten für ihre Arbeiten zum Themenbereich Migration und Integration am
Dienstag den Edith-Aron-Schulpreis der Stadt Homburg. Foto: Thorsten Wolf
Homburg. Aller Anfang ist schwer. Diese oft gemachte Erfahrung teilen nun auch die Stadt Homburg als Stifterin des diesem Jahr zum ersten Mal vergebenen Edith-Aron-Schulpreises. Am vergangenen Dienstagabend wurde er zum ersten Mal verliehen (wir berichteten). Und gerade mal unter zwei eingereichten Arbeiten konnte die Jury über den Gewinner entscheiden. Dass es am Ende dann eben auch zwei gleichwertige Gewinner gab, mochte keinen überraschen.
Rüdiger Schneidewind, Homburgs zuständiger Beigeordneter, zeigte sich aber voller Hoffnung, dass man bei der nächsten Preisverleihung in zwei Jahren würde unter einer größeren Anzahl von Wettbewerbsbeiträgen entscheiden können. „In diesem ersten Jahr war der Teilnahmezeitraum sehr kurz.“
Grund für die Kurzfristigkeit war auch eine politische Diskussion rund um den Vorschlag gewesen, die in Homburg geborene und heute in London lebende Autorin Edith Aron zur Ehrenbürgerin zu ernennen. Im Zuge dieser Diskussionen, die Verleihung der Ehrenbürgerschaft war aus formalen Gründen gescheitert, war es die Idee von Professor Klaus Kell gewesen, Leiter des Amtes für Stadtgeschichte und Denkmalpflege der Stadt Homburg, einen Edith-Aron-Schulpreis auszuloben. Der soll von nun an im zwei Jahres-Rhytmus besondere Schularbeiten rund um die Themen Migration und Integration würdigen und damit auch und vor allem das Leben der Namensgeberin reflektieren. Die war 1935 aus persönlichen Gründen mit ihrer Mutter von Homburg nach Argentinien ausgewandert und hatte in ihrem späteren Berufsleben als Autorin und Übersetzerin das Thema „Heimat“ immer wieder zum Gegenstand ihres Wirkens gemacht. Dieses Grundthema verband auch das Leben und Werk Arons, und so war es gewünscht, mit den beiden Siegerarbeiten.
Eine siebte Klasse des Mannlich-Gymnasiums hatte sich, betreut von Lehrerin Derya Aytekin, aufgemacht, einen „Reiseführer Istanbul“ zu kreieren. Einen anderen Umgang mit dem Thema Emigration und Integration hatte die Geschichts-AG des Saarpfalz-Gymnasiums unter der Leitung von Eberhard Jung gewählt, als sie eine umfangreiche Buchproduktion mit dem Titel „Miteinander – nicht gegeneinander“ einreichte. Trotz der damit zahlenmäßig sehr übersichtlichen Anzahl von eingereichten Arbeiten „hat es sich die Jury nicht leicht gemacht“, betonte Schneidewind in seiner Laudatio. „Uns war klar, dass keine Arbeit ausgezeichnet wird, die es nicht wert ist. Das möchte ich betonen.“ Doch sie waren es, beide.
Am Ende entschied sich die Jury Sibylle Kößler vom Freundekreis der Synagoge, SPD-Stadtrat Wilfried Bohn, Stadtratsmitglied Maren Schäfer von der CDU, Peter Goergen, Rüdiger Schneidewind als Vorsitzendem und Klaus Kell als beratendem Jurymitglied dafür beide Arbeiten aufgrund ihrer hohen Qualität auszuzeichnen. Jury-Mitglied Peter Goergen zeigte den Unterschied beider Einreichungen dabei so auf: „Das Buchprojekt ist eine aufwendige Arbeit über Migration und Integration, der Reiseführer ist ein Beispiel für Migration und Integration.“
Beiden Ansätzen sprach die Jury die verdiente Anerkennung aus.
- aus der Saarbrücker Zeitung vom 24.06.2011 -



