Schulversuch: Fördern statt Sitzenbleiben

Das SPG hat sich zur Teilnahme an diesem Projekt entschlossen, da es unserer Meinung nach wertvolle Möglichkeiten enthält, die wir nutzen wollen.

An unserer Schule ist die Quote der Nichtversetzten in Klasse 5 und 6 extrem niedrig. Das wird sich auch im kommenden Jahr kaum ändern, da wir sehr wenige nicht empfohlene Kinder haben und die Grundschulempfehlung im Regelfall eine verlässliche Aussage über den erfolgreichen Besuch eines Gymnasiums darstellt.

Das Programm ist insofern interessant, als es uns erlaubt, schwächere Schüler zusätzlich mit Förderstunden zu stützen - eine grundsätzlich gute Lösung, die im Übrigen auch stärkeren Schülern zu Gute kommt, da der Unterricht helfend begleitet wird und so mehr Zeit für alle Schüler übrig bleibt.

Eine ganz neue Möglichkeit, die bisher noch nirgendwo erprobt wurde, ist die Bereitstellung von finanziellen Mitteln zur schulischen Einzelnachhilfe. Diese Betreuung, die beispielsweise von Oberstufenschülern übernommen und von Fachlehrern begleitet werden wird, könnte Kindern, die mit den neuen Anforderungen noch nicht klar kommen, aber durchaus unentdeckte Potentiale haben, eine echte Hilfe bieten. In Biographien von Kindern, die zu Hause keine Hilfen haben, ist immer wieder von der großen Bedeutung die Rede, die einzelne Vertrauenspersonen in ihrem Leben hatten und die ihren Schulerfolg maßgeblich beeinflussten. Wir haben im Übrigen auch in der Nachmittagsbetreuung unserer Ganztagsschule sehr gute Erfahrungen mit einer persönlichen Betreuung gemacht.

Wir möchten betonen, dass wir nach wie vor auf eine intensive Beratung setzen: Sollte sich ganz klar zeigen, dass ein Kind nicht für ein Gymnasium geeignet ist, so werden wir wie bisher – gemeinsam mit den Eltern - andere Lösungen suchen. Dabei wird immer das Wohl des Kindes im Mittelpunkt stehen.

Wir sind uns durchaus bewusst, dass es auch Argumente gegen dieses Projekt gibt und wir werden den Verlauf des Projekts verfolgen. Zum jetzigen Zeitpunkt überwiegt das Interesse an den neuen Möglichkeiten. Sollten wir zu anderen Ergebnissen kommen, so werden wir unsere Entscheidung revidieren: Es handelt sich schließlich um einen Versuch.