Wenn Schüler Computer mögen
Zu Gast in der Redaktion
Erschienen: 22.01.2009 / SZR / HOM_LOK
Ressort:Lokales
Von SZ-Redakteurin Christine Maack
Das Saarpfalz-Gymnasium baut stetig seinen erfolgreichen Informatik-Zweig aus
Das Saarpfalz-Gymnasium positioniert sich seit vier Jahren erfolgreich als Schule mit Informatik-Schwerpunkt. Mädchen nutzen die Vorteile der frühen Förderung, um später bessere Chancen zu haben.
Zu Gast in der Redaktion waren gestern die beiden Informatik-Lehrer Axel Wagner (vorne) und Michael Bergau, in der Mitte SZ-Redakteur Peter Neuheisel, daneben Schülerin Lisa Stein und am Redaktions-Computer Schüler Marcel Roth. Fotos: Thorsten Wolf
Homburg. Vorbei sind die simplen Zeiten, als sich Gymnasien hauptsächlich in zwei Kategorien aufteilten: in sprachliche oder altsprachliche und in naturwissenschaftliche. Damit lassen sich heute längst nicht mehr die schulischen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler abdecken – die Interessensgebiete haben sich deutlich verbreitert. „Profilbildung“ heißt das Zauberwort, mit dem auch das Kultusministerium Schwerpunkte an Schulen fördert.
Das Saarpfalz-Gymnasium in Homburg packte die Gelegenheit beim Schopf und baut seit dem Schuljahr 2004/05 erfolgreich einen Informatik-Zweig aus. Zu verdanken hat die Schule dies unter anderem dem Oberstudienrat Axel Wagner, der als Landesfachberater für Informatik tätig ist und die Spezialisierung an seiner Schule fachlich in die Hand nahm.
Zwischenzeitlich kam noch der Diplom-Informatiker Michael Bergau als zweite Lehrkraft hinzu, so dass das Saarpfalz-Gymnasium gut bestückt ist und seinen Ruf als Informatik-Hochburg stetig ausbaut. Beide Lehrer waren in Begleitung des Schulleiters Jürgen Helwig und zwei Schülern zu Gast in unserer Redaktion.
Schon gleich zu Beginn, ab Klasse fünf, wird mit einer Informatikstunde pro Woche die Grundlage für späteres Interesse gelegt.
Ab Klasse acht bietet die Schule dann Informatik als Hauptfach an – an Stelle der dritten Fremdsprache. Und wer sich dann immer noch fachlich bestens aufgehoben fühlt, kann Informatik bis zum Abitur als Neigungsfach weitermachen.
Lehrer und Schüler sind begeistert von dieser Ausrichtung. „Vor allem haben wir 50 Prozent Mädchen, das ist das positive Ergebnis unserer frühen Förderung“, sagt Axel Wagner. Die Mädchen hätten damit viel weniger Schwellenangst als wenn es lediglich eine Informatik-AG gebe, fügt sein Kollege Michael Bergau hinzu.
Lisa Stein, 15, aus der neunten Klasse bestätigt dies. Sie findet, dass das Informatik-Angebot viel Spaß mache, „vor allem die neue Form des Arbeitens ist prima. Wir verkehren per Mail, die Hausaufgaben werden per Mail abgeschickt, bei Schwierigkeiten mailt man kurz die Lehrer an, es ist eine entspannte Art des Arbeitens.“ Dennoch: mit Informatik will Lisa sich später beruflich nicht unbedingt befassen, aber als Grundlage findet sie das Fach „unheimlich hilfreich.“
Auch Mitschüler Marcel Roth schätzt die Möglichkeiten der Informatik, er hängt gerne mal freiwillig seine Zeit dran, um ein Problem am Computer zu lösen. „Es ist schon toll, wenn man weiß, wie so ein Gerät funktioniert und woran es liegt, wenn's hakt.“ Innerhalb der Schule und im Unterricht wird das Betriebssystem Linux benutzt, das sei günstiger, weniger anfällig und vor allem betriebssicher, sagen die beiden Lehrer. Übrigens besteht eine gute Zusammenarbeit mit der Fachhochschule in Zweibrücken, dort dürfen gute Informatik-Schüler schon Klausuren mitschreiben. Eine Zusammenarbeit mit der Uni Saarbrücken ist geplant.
Oberstudiendirektor Helwig ist stolz auf seinen Informatik-Zweig und wünscht sich dafür mehr Bekanntheit. Im Übrigen wolle man Schüler nicht zu Programmierern erziehen, „sondern es ist eine wichtige Kulturtechnik, sich in diesem Bereich auszukennen. Egal, was man studiert, man sollte wissen, wie es in einem Computer aussieht und wie man mit Betriebssystemen umgeht.“
Auf einen Blick
Die Auszeichnungen: Bundesweiter Preisträger ECDL-School-Award 2007. Ausgezeichneter Ort 2009 im Land der Ideen (Schirmherr Bundespräsident Köhler). Zweiter Preisträger im SALU-Wettbewerb 2008. Informatik-Biber: erster Platz im Schulpreis und Deutschlandrekord als aktivste Schule. Bundeswettbewerb Informatik: erster Platz als aktivste Schule und erster Platz als aktivster Informatiklehrer. Känguru-Wettbewerb: bundesweit zweiter Platz. red



