So viele Absolventen wie nie zuvor

Saarpfalz-Gymnasium in Homburg feierte Abschied von Abiturienten zum ersten Mal in der Höcherberg-Halle

164 Abiturientinnen und Abiturienten und dazu noch ein gutes Ergebnis der gerade beendeten Prüfungen waren für das Saarpfalz-Gymnasium Anlass, die Abschlussfeier von der Aula in die Höcherberg-Halle nach Bexbach zu verlegen.

Von Merkur-Mitarbeiter Michael Schneider

Homburg/Bexbach. „Ein großer Jahrgang ist eingebracht“, sagte Jürgen Helwig, Schulleiter des Saarpfalz-Gymnasiums zu Beginn der Abiturfeier. Der Vergleich mit einer Weinlese schien gewollt, nahm er doch Bezug auf 164 Abiturienten wie auch auf das gute Ergebnis der vor wenigen Tagen beendeten Prüfungen. Die hohe Zahl der Absolventen war etwas Einmaliges, nicht nur für das Homburger Saarpfalz-Gymnasium. Gemeinsam beendeten der letzte Jahrgang des neun- und der erste Jahrgang des achtjährigen Gymnasiums ihre schulische Ausbildung. Dabei habe der erste sogenannte G8-Jahrgang sogar im Durchschnitt der Prüfungsnoten ein geringfügig besseres Ergebnis erreicht als die Abiturienten bisheriger Prägung, sagte der Schulleiter.

Der Notendurchschnitt des Abijahrgangs 2009 betrage 2,58. Aufgeschlüsselt liege er bei 2,54 im G8 und bei 2,61 im G9. Nach der Begrüßung durch Jürgen Helwig und dem musikalischen Auftakt durch den Abi-Chor zog der Jahrgang 2009 gemeinsam in die Höcherberg-Halle ein. Andere Veranstaltungsorte hätten nicht alle Gäste fassen können. Komplimente gab es für die Dekoration und Einrichtung der Halle, deren Zuschnitt anders ist als in der seit Jahrzehnten gewohnten Aula. Von den jetzt Verabschiedeten hätten 134 vor neun Jahren, 98 vor acht Jahren ihre Schulzeit am Saarpfalz-Gymnasium begonnen, blickte der Schulleiter auf die Anfänge zurück. Ein Teil von ihnen habe das Gymnasium mit der Mittleren Reife verlassen.

In der Lehrerrede zog Georg Kleemann einen Vergleich zwischen den 1968er Abiturienten und Studenten mit unseren Tagen. Sach-, Methoden- und Ich-Kompetenz seien damals gefordert und angestrebt worden. Bis heute habe das nichts von seiner Bedeutung eingebüßt. Äußerlich durch Abkehr von Äußerlichkeiten wie Schlips und Anzug gekennzeichnet, habe vor 40 Jahren der propagierte Marsch durch die Institutionen begonnen. Viele der einst gesteckten Ziele, die er selbst als Junglehrer erfahren habe, sah Kleemann zwar erreicht. Vom damals anvisierten Idealzustand trenne „uns aber sehr viel“. Mehr denn je sei die junge Generation Druck aus vielen Richtungen ausgesetzt. Dazu gehöre auch Angst vor Arbeitslosigkeit, vor Arbeitsverhältnissen, bei denen wachsenden Anforderungen ein eher karger Lohn gegenüberstehe und dem Zwang, seine Zukunft allein verantwortlich abzusichern, aber zugleich nicht zu wissen, wovon. Das sei einer der negativ spürbaren Kontraste zu den Jahren um 1968, in denen es mehr äußere Zwänge gegeben habe, deren Sicherheit in Sachen Ausbildung und Beruf dafür heute oft genug Wunschdenken geworden sei. Ein Kontrastprogramm aus der Gymnasialzeit servierten Simon Duqué-Anton und Fabio Schiavone, originell moderiert von Samara Araj.

Hintergrund

28 Abiturientinnen und Abiturienten schafften am Saarpfalz-Gymnasium einen Notendurchschnitt mit Eins vorm Komma. Preise der Deutschen Mathematischen Gesellschaft und den Buchpreis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft erhielt Simon Duqué-Anton (Schnitt 1,0 ) und Jonas Lehmann (Schnitt 1,0) erhielt den Buchpreis der Deutschen Mathematischen Gesellschaft. Maria Schäfer (Schnitt 1,1) erhielt den Scheffelpreis. Maral Baghai-Arassi (Schnitt 1,2) wurde vom Historischen Verein für die Saargegend für die Höchstpunktzahl von 15 im Schriftlichen ausgezeichnet, von der Schule für soziales Engagement. Den Coubertin-Preis Sport erhielt Max Ulbrich. Den Apollinaire-Preis im Fach Französisch erhielt Katharina Gaebel, einen Sonderpreis für herausragendes Engagement im Schulleben Maximilian Fuhr. smi