Der Puls des Großstadtlebens war deutlich zu spüren

Schüler des Homburger Saarpfalz-Gymnasiums waren auf Einladung des Anne-Frank-Zentrums in Berlin

Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums haben sich auf die weite Reise nach Berlin gemacht und sind nun eindeutig begeistert zurückgekehrt. Während ihres umfangreichen Programms kamen sie ganz schön herum.

Quelle: Saarbrücker-Zeitung

Homburg/Berlin. Für die meisten Jugendlichen aus dem Saarpfalz-Gymnasium in Homburg war es der erste Besuch in der Bundeshauptstadt, und sie waren fasziniert von dem pulsierenden Leben in der Großstadt, dem umfangreichen Besuchsprogramm und der Begegnung mit guten Bekannten. Ohne Eingewöhnungszeit ging es gleich am ersten Tag flott zur Sache: Nach der Ankunft schnelles Einchecken im Hostel in der Nähe der Friedrichstraße in Berlin-Mitte, dann mit der U-Bahn zum Brandenburger Tor und zum Reichstag, wo bereits Isabel Winzer auf sie wartete, die ehemalige Schülerin des Saarpfalz-Gymnasiums und jetzige Mitarbeiterin der Bundestagsabgeordneten Astrid Klug.

Am folgenden Tag war die Gruppe beim Festakt zum 80. Geburtstag von Anne Frank im Deutschen Theater dabei (wir berichteten). Das war der eigentliche Anlass dieser Berlinreise, zu der das Anne-Frank-Zentrum eingeladen und ebenso wie die Stadt Homburg einen kleinen Zuschuss spendiert hatte. Immerhin waren die Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums im Vorjahr als Ausstellungsbegleiter in Erscheinung getreten und hatten sogar eine eigene Ausstellung über Anne Frank im Foyer des Rathauses auf die Beine gestellt.

Thomas Heppener, der Direktor des Anne-Frank-Zentrums, würdigte in seiner Begrüßungsansprache ausdrücklich das große Engagement der Homburger. Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien, betonte „die elementare Bedeutung der Zivilcourage des Einzelnen“ und „wahrer Humanität“. Er lobte die unermüdliche Aufklärungsarbeit von Anne Franks Cousin Buddy Elias (aus Basel) und ihrer Schulfreundin Hannah Pick-Goslar (aus Jerusalem), die als Ehrengäste dabei waren.

Nachdem die Schauspielerin Heike Makatsch in ihrer Lesung aus dem Tagebuch ausgewählte „Herzensergüsse eines 13-jährigen Mädchens“ einfühlsam vorgetragen hatte, hob Wim Kok, der ehemalige niederländische Premierminister und jetzige Aufsichtsratsvorsitzende des Anne-Frank-Hausese in Amsterdam, in seinem Grußwort hervor, dass Nelson Mandela das Tagebuch während seiner langjährigen Haft gelesen und daraus Mut geschöpft hatte. Nach den Fototerminen mit den Prominenten im Deutschen Theater begleitete die Homburger Delegation Buddy Elias und seine Frau zur Heinrich-Böll-Stiftung. Im vertrauten Kreis unterhielt man sich dabei mit Thomas Heppener, der genau ein Jahr zuvor in Homburg die Wanderausstellung über Anne Frank eröffnet und den Kontakt der Schüler zu Buddy Elias vermittelt hatte.

Auch am Abend erlebten die Schüler etwas Außergewöhnliches: Ihr Lehrer führte sie auf der Museumsinsel durch die Antikensammlung. Am folgenden Freitag wurde die Schülergruppe im Bundestag von der Abgeordneten ihres Wahlkreises 299, Astrid Klug, empfangen.

Nach dem Besuch der Reichstagskuppel, des weitläufigen Holocaust-Mahnmals und einem Imbiss auf dem Potsdamer Platz fuhr man von dort per S-Bahn nach Potsdam. Eine Stadtrundfahrt führte unter anderem zur Glienicker Brücke, die wegen des Agententauschs während des Ost-West-Konflikts weltbekannt wurde. Höhepunkt des Nachmittags war der Besuch des Schlossparks von Sanssouci. red

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