Althistoriker Professor Peter Robert Franke besucht Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums

Begeisterter Empfang des Althistorikers Professor Peter Robert Franke im Saarpfalz-Gymnasium

„Ich wurde noch nie so herzlich empfangen wie in eurer Schule“, stellte der 83-jährige Professor für Alte Geschichte, Peter Robert Franke aus München, fest, als er das Homburger Saarpfalz-Gymnasium besuchte. Eingeladen hatte ihn der Deutsch- und Geschichtslehrer Eberhard Jung, der vor rund 30 Jahren Examenskandidat bei ihm an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken war und bei seiner Begrüßungsrede viel Lob für seinen früheren Professor übrig hatte. Franke lehrte dort ein Vierteljahrhundert (von 1967 bis 1992) Alte Geschichte mit Schwerpunkt antike Münzkunde und wird von vielen seiner früheren Studenten wie eine Kultfigur hoch geschätzt. Ihm zu Ehren präsentierte das Saarpfalz-Gymnasium auf zehn Stellwänden eine sehenswerte Ausstellung über mythologische, literarische und reale „Gestalten der Antike“, an der sich vier Klassen beteiligten, die den renommierten Wissenschaftler begeisterten. Mit rund 150 einfallsreichen Beiträgen, darunter wunderschöne Porträts, Karikaturen und Papyrusmalereien, spiegeln die Schüler die faszinierende Welt der Antike wider. Zur Geltung kommen dabei antike Götter (Zeus, Poseidon, Apollon, Athene, Venus, Vulcanus), Helden (Herkules, Odysseus, Achilles, Theseus, Prometheus), monströse Wesen (Minotaurus, Kentauren, Medusa, Hydra), reizvolle Frauengestalten (Nofretete, Circe, die schöne Helena, Kassandra, Lysistrate, Kleopatra), Mathematiker und Naturwissenschaftler (Pythagoras, Euklid, Thales von Milet), Philosophen (Sokrates, Platon, Aristoteles), Schriftsteller und Historiker (Homer, Aristophanes, Sueton, Tacitus), Feldherren und Staatsmänner (Alexander der Große, Perikles, Hannibal, Caesar, Augustus, Nero, Hadrian) und viele andere. „Ziel ist es, zur weiteren Beschäftigung mit dem bis heute immer noch faszinierenden Altertum anzuregen sowie Themen und Personen wahrzunehmen, von denen man bisher vielleicht noch nichts wusste, z.B. Philemon und Baucis, Narzissus, Atlas, Sisyphos, die Amazonen usw.“, betonte Jung. Ein kleiner Wettbewerb mit Fragen zu „Gestalten der Antike“ und die Begegnung mit dem sympathischen und umgänglichen Geschichtsprofessor, bei dem in Saarbrücken rund 1100 Staatsexamensarbeiten geschrieben wurden, sollten zusätzlich zur Auseinandersetzung mit antiken Themen animieren.

Mein Favorit ist meine eigene Frau!

Prof. Dr. Peter Robert Franke

Nach dem Rundgang durch die Ausstellung beantwortete Professor Franke im Musiksaal des Saarpfalz-Gymnasiums die vielen Fragen der rund 150 anwesenden Schüler. Er ging dabei auf seinen privaten und beruflichen Lebensweg ein, seine Jugend im Dritten Reich, Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, seine wissenschaftliche Tätigkeit in München, Erlangen, Saarbrücken, Athen, Olympia, Istanbul und anderen Städten. „Nach dem Krieg war ich der Erste und Einzige in Deutschland, der für griechische Münzen ausgebildet war“, betonte er. Auf die Frage, was ihn am Altertum so sehr interessiere, war zu vernehmen: „Die Antike fasziniert mich, weil hier schon alle Erscheinungsformen unseres heutigen Lebens auftraten: angefangen bei der Bestechung bis hin zum Reichtum Weniger.“ Immer wieder zog er Vergleiche zwischen Antike und Gegenwart: „Ein Brief von Rom nach Köln war im Römischen Reich mit Postreitern drei Tage unterwegs, heute dauert es oft länger als eine Woche.“ Welche Frauen aus dem Altertum ihn am meisten beeindruckten, wollte ein Schüler wissen. Franke verwies auf Olympias, „die wilde Barbarin“ aus Makedonien, die ihren Sohn Alexander den Großen auf den Thron brachte und viele Intrigen inszenierte, Livia, die Frau des Augustus, die dem Herrscher mit klugem Rat zur Seite stand, und Julia Domna, die Frau des römischen Kaisers Septimius Severus, eine gebildete Dame, die sogar die Philosophenschulen von Athen beeinflusste. Auf großen Beifall stieß seine Bemerkung: „Aber mein Favorit ist meine eigene Frau, mit der ich seit 60 Jahren verheiratet bin!“

Die Ausstellung „Antike Gestalten“ ist noch bis Mitte Juni im Saarpfalz-Gymnasium zu sehen.

(Bilder zum Artikel folgen!)

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